Maxsainer Historie

Wappen von MaxsainDas Maxsainer Wappen zeigt den goldenen Saynischen Löwen mit der silbernen Keule, dem Attribut des Apostels Judas Thaddäus.

Wo der Steinchesbach sich mit dem Saynbach vereint, liegt in einem Talkessel, umgeben von ausgedehnten Wäldern, Wiesen und landwirtschaftlichen Flächen, die 800 Jahre alte Gemeinde Maxsain.

Mit seinen 1.156 Einwohnern, incl. des Ortsteiles Zürbach, ist Maxsain die an Personen drittgrößte und mit 1.350 ha die flächenmäßig zweitgrößte Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Selters.

Auf einer Pergament-Handschrift Abschrift des Lehnsbuches Werner 11 von Bolanden, für die Zeit 1194 - 1198 ist der erste schriftliche Nachweis auf den Ort Maxsain zu finden. Von der damaligen Schreibweise "Machseine" über "Maxeine", "Makeseyne", "Maxseyne" u.a. sieht man, daß der Wortklang immer beibehalten wurde. Nach dem Text der o.g. Ersterwähnung, der in Latein abgefaßt ist, muß man folgern, daß Maxsain schon damals ein bekannter, bedeutender Mittelpunkt war. Im Mittelalter war Maxsain der Hauptort einer kleinen Herrschaft, des Bannes Maxsain. Die Einwohnerzahl stieg von 1694: 322 Personen über 1773: 454 und 1826: 700 bis zur heutigen Zahl von rd. 1.100 an.
Haus im OberdorfEin besonderes Ereignis in der jüngsten Geschichte des Ortes fand am 1.3.1970 statt, als die Nachbargemeinde Zürbach ,erstmals 1315 urkundlich erwähnt, aufgelöst und in die Gemeinde Maxsain eingegliedert wurde. Wenn man heute diese Entscheidung betrachtet, muß man sagen, sie war für beide Teile richtig und gut. Man kann feststellen, daß ein gutes und harmonisches Zusammenleben der beiden Ortsteile gegeben ist.

Zum heutigen Zeitpunkt leben die 1.156 Einwohner (Stand:30.06.03) in 595 Familien in 345 Häusern an 26 Straßen. Die 66 ausländischen Mitbürger gehören 13 verschiedenen Nationalitäten an.
Unsere kleinsten Kinder besuchen den neuen Kindergarten "Gänseblümchen" in Maxsain und die größeren die Haupt- und Regionalschule in Selters. Als weiterführende Schule steht Dierdorf mit Realschule und Gymnasium zur Verfügung.

Wenn man der Postchronik aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts Glauben schenken darf, so waren, wie hier vermerkt wurde, "die Einwohner des Ortes zum Teil geistigen Getränken sehr ergeben und dabei streit- und prozeßsüchtig". Aber heute sind sie ungleich friedlicher, wenn sie auch einem guten Trunke nicht abgeneigt sind. Die zwei Gaststätten im Ort werden gut angenommen und in der "Heidehalle" werden das ganze Jahr über gut besuchte Feierlichkeiten veranstaltet. Daß ein gut funktionierendes Zusammenleben in Maxsain gegeben ist, sieht man schon daran, daß sich hier über 10 Vereine oder Gruppierungen zusammengefunden haben. Ihrem Hobby können die Bürger auf dem Sportplatz mit Flutlicht, den zwei Tennisplätzen, in der Sporthalle oder im Sommer am Badeweiher "Klingelwiese" nachgehen. Außerdem steht den Vereinen das Gemeindehaus "Backes", sowie das Haus der evangelischen Kirchengemeinde zur Verfügung. In den drei alten Backöfen im Backes wird in letzter Zeit auch wieder vermehrt gutes Backesbrot gebacken.

DorfkircheDas Elektrizitätswerk "Hammermühle", ein Basaltsteinbruch, ein Sägewerk, drei Lederverarbeitungsbetriebe, mehrere Handwerksbetriebe, ein Lebensmittelgeschäft, eine Metzgerei, zwei Versicherungsagenturen, eine Krankengymnastikpraxis, die schon erwähnten drei Gaststätten, der Kindergarten, der Badeweiher, Kinderspielplätze, Wanderwege und der Gemeindewald mit einer Größe von ca. 618 ha. machen ein angenehmes Leben in unserem Dorf möglich und gewähren eine Reihe sicherer Arbeitsplätze. Der größte Teil der arbeitenden Bevölkerung geht jedoch außerhalb unserer Gemeinde seiner Beschäftigung nach. Die Landwirtschaft wird noch so intensiv betrieben, daß keinerlei Brachland in der Gemarkung vorhanden ist.

Maxsain birgt auch einige kultur-historische Kleinode, wobei das Wahrzeichen des Ortes die evangelische Kirche mit dem schon vor 1500 errichteten romanischen Turm ist. Das heutige Kirchenschiff wurde 1786 im Barockstil erbaut. Eine optische, sowie akustische Kostbarkeit ist die von Meister Schöler angefertigte alte Orgel.
Unter Denkmalschutz steht das Pfarrhaus, ein im - Jugendstil, mit dem Material "Selterser Trachyt", erbautes Gebäude.
Als Musterbeispiel der fränkischen Bauweise gilt das ebenfalls unter Denkmalschutz stehendeHaus "Sahm" mit seinem reichen Balken und Schnitzwerk. Als Bauzeit wird 1680 angenommen.
Ein weiteres, schön restauriertes und denkmalgeschütztes Fachwerk ist am Haus "Havranek" in der Alleestraße zu sehen. Wer nun noch mehr über Maxsain wissen möchte, kann sich der Dorfchronik "800 Jahre Maxsain", die bei der Gemeindeverwaltung zu erwerben ist, bedienen.

Willi Löcher
Ortsbürgermeister